Das Bienenvolk - der Bien

 

Die Honigbienen gehören zu den sozialen Lebewesen. Das heißt: Die Bienen leben zusammen und sind aufeinander angewiesen. Die einzelne Biene ist alleine nicht lebensfähig. Sie braucht die anderen Bienen. Sie alleine zählt nichts. Es geht immer ums ganze Bienenvolk. Deshalb verwendet der Imker zuweilen den  Ausdruck: "der Bien" und meint damit das Bienenvolk in seiner Gesamtheit.

Die Bienen treten nicht einfach - wie man es sonst in der Natur beobachten kann - entweder als Männchen oder Weibchen auf, sondern es gibt drei verschiedene Erscheinungsformen:

Links ist eine Königin, in der Mitte eine Arbeiterin und rechts eine männliche Biene, eine Drohne zu sehen. Die drei Wesen der Biene haben vieles gemeinsam, es gibt aber auch viele wichtige Unterschiede, vor allem in der Lebensweise und den Aufgaben die eine Biene im Laufe ihres Lebens erfüllt.

Die Königin legt Eier und sorgt damit für den Fortbestand des Volkes. Sie sorgt ferner durch Abgabe der Königinnensubstanz für Zusammenhalt und Harmonie im Volk. Sie ist deutlich grösser als die Arbeiterin. Das deutlichste Erkennungsmerkmal der Königin ist der stark vergrößerte und längliche Hinterleib. Dadurch sind bei ihr die Flügel kürzer als der Hinterleib. Sie hat auch wesentlich längere Beine als die Arbeiterin.

 

Eine Arbeiterin  ist im Vergleich zu den beiden anderen Bienenwesen wesentlich kleiner und zierlicher im Körperbau. Sie leisten alle anfallenden Arbeiten im Bienenstock, wehren Eindringlinge und Feinde ab und sammeln Nektar, Honigtau, Pollen, Kittharz und Wasser.
 

Die Drohne produzieren Sperma und sorgen indirekt damit auch für den Fortbestand des Bienenvolkes. Sie ist ebenfalls wesentlich grösser als eine Arbeiterin, hat aber im Gegensatz zur Königin einen massigeren Körper. Das deutlichste Erkennungsmerkmal der Drohne sind die stark vergrößerten kugeligen Facettenaugen. Die Flügel sind ebenfalls grösser.

Stechen können nur die Arbeiterin und die Königin. Drohnen haben keinen Stechapparat.

Vom Ei zur Biene - 

Auf der Grafik links ist eine Übersichtsdarstellung der Entwicklung einer Arbeiterin vom Ei zur Biene zu sehen. Bienen wachsen in Brutzellen im Bienenstock heran. Alle drei Bienenwesen durchlaufen dabei vier Entwicklungsstadien: Ei, Larve, Puppe und erwachsenes Insekt (imago).

Jede Biene beginnt ihr Leben als winziges Ei, aus dem die Larve bzw. Made schlüpft. Die Larve verpuppt sich - wird also zur Puppe und von der Puppe durch eine tiefgreifende Verwandlung - einer sogenannten Metamorphose - zur Imago, also zu einer ausgewachsenen Biene.

 

Die Entwicklung im Detail -

Schauen Sie sich hier im Ausschnitt der vorherigen Übersichts-Grafik die Entwicklung am Beispiel einer Arbeiterin etwas genauer an. 

Das Ei -

Jede Biene beginnt ihr Leben als Ei. Das Ei ist nur 1,3 bis 1,8 mm lang und leicht gebogen. Da die Eier wie kleine Stifte aussehen sagen wir auch, dass die Königin die Zellen „bestiftet" - siehe nebenstehendes Bild. Am ersten Tag steht das Ei beinahe senkrecht in der Zelle, am 2.Tag neigt es sich schräg und am dritten Tag liegt das Ei fast am Boden der Brutzelle.

 

Die Entwicklung im Ei - Während der ersten drei Tage wächst der Embryo im Ei und verbraucht dabei den proteinreichen Dotter. Am 4. Tag schlüpft aus dem Ei eine 0,3 Milligramm schwere Larve. Sie muss von Ammenbienen gefüttert werden.

 

Nachdem die Larve aus dem Ei geschlüpft ist, siehe Bild, ist sie auf die Versorgung durch die Ammenbienen angewiesen. Sie wird in den ersten Tagen mit Futtersaft und danach mit Pollen und Honig gefüttert. Die Larve wird ständig umsorgt und nimmt in den nächsten Tagen sehr schnell und sehr stark zu:

Alle drei Bienenwesen (Königin, Arbeiterin, Drohn) machen in ihrer Entwicklung mehrere Verwandlungen durch (vollständige Metamorphose). Sie umfasst die Stadien:  

  Ei Larve Puppe Imago    

Grundsätzlich sind die einzelnen Entwicklungsvorgänge bei den drei verschiedenen Bienenwesen gleich. Verschieden sind nur die Entwicklungszeiten.

Die Larve - Drei Tage nach der Eiablage öffnet sich schließlich die Eihaut und eine winzige Larve schlüpft heraus.

Bald wird sie mit Futtersaft der Ammenbienen versorgt. Sie schwimmt darauf in Seitenlage, die Atemöffnungen oben. Vom vierten Tag an wird auch Pollen dem Futter beigemischt. Wie im Schlaraffenland frisst die Larve und wächst dabei schnell.

Am 6. Tag füllt sie bereits den ganzen Zellboden aus (Rundmade). Nun streckt sie sich (Streckmade) der Länge nach in der Zelle. Diese Streckung vollzieht sich allerdings im Verborgenen, denn die Bienen haben die Zelle in der Zwischenzeit mit einem luftdurchlässigen Deckel verschlossen. Der Imker bezeichnet solche geschlossenen Zellen als gedeckelte Brut im Gegensatz zur offenen Brut zu Beginn der Larvenzeit.

Von der Rund- zur Streckmade - Die Larve häutet sich mehrmals. Zuerst liegt sie zusammengerollt als Rund Made auf dem Zellboden aber bald hat sie nicht mehr genügend Platz. Sie richtet sich in der Zelle auf und wird damit zur Streckmade.

Die Streckmade spinnt einen Kokon um sich herum und in den nächsten Tagen vollzieht sich innerhalb dieses Kokons eine neuerliche Verwandlung. Aus dem wurmartigen Gebilde der Larve wird etwas ganz Neues und Andersartiges

Um den 8. Tag wird die Zelle einer Arbeiterin verdeckelt, also mit einem luftdurchlässigen Wachsdeckel verschlossen. Die Made wird nun nicht mehr gefüttert und braucht Ruhe. Am Ende des Larvenstadiums spinnt sich die Made in einen Kokon ein.

Die Puppe - Nymphe - So nennt man das Entwicklungsstadium, welches beginnt, nachdem sich die Streckmade in ihrer Zelle eingesponnen hat

Um den 15. bis 16. Tag findet die Häutung zur Puppe (auch: Nymphe) statt. Sie gleicht äußerlich bereits einer erwachsenen Biene. Auf dem Bild sehen Sie von rechts nach links eine Streckmade im Kokon und drei sich langsam ausfärbende Puppen:

Im Puppenstadium findet die sogenannte Metamorphose statt. Damit wird die Verwandlung von der Puppe zur erwachsenen Biene (Imago) bezeichnet. Diese Verwandlung wird durch Hormone gesteuert und ist mit einem tiefgreifenden Umbau der Organe und Muskeln verbunden.

In völliger Ruhe (Puppenruhe) verwandelt sich die Puppe zum fertigen Insekt. Deutlich erkennt man die Dreiteilung des späteren Tieres (Kopf - Brust - Hinterleib). Auch die Beine sind schon angedeutet.

 

Zum Schluss färben sich die Augen dunkel und am 21. Tag (bei der Arbeiterin) häutet sich die Puppe

ein letztes Mal. Die fertige Biene nagt den Kokon-Wachsdeckel durch und schlüpft heraus.

Die Biene schlüpft - Nach dem Abschluss der Metamorphose erfolgt die 6. und letzte Häutung. Die Biene schlüpft aus der Puppenhaut und verlässt nach 21 Tagen ihre Zelle. Auf dem Bild sehen Sie eine gerade geschlüpfte Jungbiene. Sie hat eine hellgraue Farbe und ihr Körper ist noch weich. Ihre typische Färbung bekommt sie mit dem  Aushärten des Chitin-Panzers.

So eine frisch geschlüpfte Biene tapst noch etwas unbeholfen über die Waben. Zunächst breitet sie ihre Flügel aus und lässt sie trocknen. Nicht lange danach beginnt sie, ihr Haarkleid zu putzen. Ein arbeitsreiches Leben nimmt seinen Anfang. Junge Bienen erkennt der Imker an den hellen Haaren auf dem Brustteil. Durch die viele Arbeit verlieren sie sie allmählich. Alte, abgearbeitete Bienen sind vielfach kahl und schwarz glänzend.

 

Unterschiede in der Entwicklungsdauer - Im Prinzip läuft die Entwicklung bei den drei Bienenwesen gleich ab, es gibt aber Unterschiede in der Entwicklungsdauer. Das Ei-Stadium dauert bei Königin, Arbeiterin und Drohne gleich lang, nämlich drei Tage. Auch beim Larvenstadium gibt es noch keine wesentlichen Unterschiede. Aber bei der Dauer des Puppenstadiums zeigt sich, dass es bei der Königin um einige Tage kürzer, bei der Drohne um einige Tage länger dauert als bei der Arbeiterin.

 

Der Hofstaat - Eine Königin ist ständig von ihrem „Hofstaat" umgeben. Der Hofstaat besteht aus etwa einem Dutzend Arbeiterinnen von denen die Königin zu jeder Zeit gepflegt und gefüttert wird. Diese Bienen nehmen die von der Königin ausgesendeten Pheromone auf und reichen sie an andere Stockbienen weiter.

Die Königin: Entwicklung - Die Sonderstellung einer Königin zeigt sich bereits am Beginn ihres Lebens: Für Königinnen werden am Rand der Wabe besondere Zellen - sogenannte Weiselzäpfcben oder Weiselbecber gebaut. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt hat diese Zelle eine sackähnliche Form und hängt nach unten. In einer solchen Zelle entwickelt sich im Laufe von 16 Tagen aus einem ganz normalen befruchteten Ei eine Königin. Die Ernährung der Larve macht den entscheidenden Unterschied. Königinnenlarven erhalten bis zur Verpuppung einen speziellen Futtersaft, das Gelee Royale. Die besonderen Nährstoffe vom Gelee Royale lassen die Larve zur Königin heranreifen.

 

Lebensweg der Königin - Eine Königin schlüpft bereits nach 16 Tagen. Etwa 5 Tage nach dem Schlüpfen wird sie geschlechtsreif und nach ca. 6-10 Tagen fliegt sie aus. Die Königin kann bis zu drei Hochzeitsflüge machen. Dabei wird sie von mehreren Drohnen begattet und ihre Spermienblase - die sogenannte Spermatbeke - mit ungefähr 5 Millionen Spermien gefüllt. Dieser Vorrat reicht der Königin für ihr ganzes Leben. 3-5 Tage nach der Begattung beginnt die Königin mit Legen.

 

Die Königin entscheidet über das Geschlecht ihrer Nachkommen. Mit den Vorderbeinen ertastet sie die Größe der Zelle. In die größeren Zellen legt sie unbefruchtete Eier die sich zu männlichen Bienen, den Drohnen entwickeln. In die kleineren Zellen legt sie befruchtete Eier, aus denen Arbeiterinnen werden.

 

Königinbedingte Probleme - Wenn der Hochzeitsflug der Königin durch Schlechtwetter verhindert wird, kann sie nur unbefruchtete Eier legen, sie wird drobnenbrütig. In diesem Fall legt die Königin auch in die kleineren Zellen für Arbeiterinnen unbefruchtete Eier. Die Drohnen die in diesen Zellen heranwachsen haben zu wenig Platz und der Deckel der Zelle bekommt einen Buckel - wir sprechen deshalb von Buckelbrut.

 

Wenn einen Bienenvolk seine Königin verliert und keine neue Königin aufziehen kann, beginnen nach einigen Wochen Arbeiterinnen Eier zu legen. Sie werden Afterköniginnen oder Drohnenmütterchen genannt, da eine Arbeiterin in jedem Fall nur unbefruchtete Eier legen kann.

Ein typisches Zeichen dafür sind Häufchen Weise und unregelmäßig abgelegte Eier, die meist am Zellrand und nicht in der Mitte des Zellbodens haften.

 

Wenn ein Volk eine drohnenbrütige oder keine Königin hat muss es aufgelöst werden, weil es nicht mehr überlebensfähig ist.

 

Hier sehen wir ein Bild einer Königin. Die Königin nennen wir auch Weisel oder Stockmutter. Damit man die Königin im Stock besser findet wird sie gezeichnet. Ein Bienenvolk hat im Normalfall nur eine Königin. Eine Königin kann wesentlich älter werden als die beiden anderen Bienenwesen - bis zu 5 Jahre.

 

Die Königin erfüllt im Bienenvolk die zentrale Aufgabe der Fortpflanzung - sie ist die einzige Biene, die Eier legen kann. Eine gesunde Königin legt in einer Saison etwa 200.000 Eier - in der Hochsaison zur Obstblüte sind es bis zu 1200 - 1500 Eier am Tag. Zudem „führt" sie ihr Volk durch das Aussenden von Duftstoffen, die Pheromone genannt werden. Diese Pheromone steuern viele biologische Abläufe im Bienenvolk und informieren das Volk über die Anwesenheit und den Zustand der Königin.

 

Nur ein weiselrichtiges Volk zeigt in allen seinen Lebensäußerungen das Bild eines harmonischen und geordneten Organis-mus. In den Mandibeldrüsen der Königin wird die so genannte Königinnensubstanz gebildet. Dieser Stoff wird von den Bienen begierig aufgenommen und an alle Stockgenossinnen weitergegeben. Wird er nicht mehr in ausreichendem Maße im Volk verteilt - sei es, dass die Königin zu alt ist oder im Frühjahr einfach zu viele Bienen im Stock sind, so schwindet die Harmonie und das Zusammengehörigkeitsgefühl im Volk. Der Schwarmtrieb kann sich im Volk bemerkbar machen.

Versiegt der Strom der Königinnensubstanz plötzlich ganz, weil die Königin verloren ging, so dauert es nur etwa ein bis zwei Stunden bis alle Bienen im Volk "wissen", dass sie keine Königin mehr haben. Der Imker erkennt diesen Zustand der Weisel-losigkeit am aufgeregten Summen und Heulen der Bienen. Sofort machen sich die Arbeiterinnen daran, eine neue Königin nachzuschaffen. Damit legt sich auch wieder die vorhin beschriebene Weisel Unruhe.

Ist den Bienen aber die Möglichkeit der Nachschaffung genommen, weil sich zu dem Zeitpunkt keine offene Brut im Volk befindet, so entwickeln sich allmählich die verkümmerten und nur spärlich vorhandenen Eierstöcke einiger Arbeiterinnen und sie beginnen Eier zu legen. Das Volk ist damit jedoch keinesfalls gerettet. Die eierlegenden Arbeiterinnen oder Afterweisel, wie sie der Imker nennt, können nämlich nur unbesamte Eier hervorbringen und aus diesen entstehen stets nur Drohnen. Der Imker bezeichnet ein solches Volk als buckelbrütig. Er erkennt es sofort am Brutbild, welche einzelne höckerartig aufgewölbte Brutzelle aufweist.

Ein ähnliches Brutbild erzeugt im Übrigen auch eine alte Königin, deren Samenvorrat erschöpft ist oder auch eine junge, die, aus welchem Grund auch immer, nicht begattet wurde. Auch sie können ja nur unbefruchtete Eier legen. Der Imker spricht dann in solchen Fällen von einer drohnenbrütigen Königin. Das Vorhandensein der Königinnensubstanz in einem normalen Volk verhindert, dass Afterweisel entstehen.

Die Königin hat wie die Arbeiterin einen Stachel, doch wendet sie ihn nur in Ausnahmefällen gegen den Menschen an.

 

Arbeiterinnen haben im Gegensatz zur Königin nur eine wesentlich kürzere Lebenserwartung.

Man unterscheidet hierin jedoch zwischen Sommer- und Winterbienen. Während die Arbeiterinnen im Sommer bereits nach 4 - 6 Wochen eingehen, werden die Winterbienen mehrere Monate alt.

Dieser Unterschied liegt vor allem daran, dass die Winterbienen keine Nachkommen zu pflegen haben.

Die Sommerbiene arbeitet sich dagegen regelrecht zu Tode. Im Hochsommer zählt ein Bienenvolk bis zu 45.000 Bienen. Im Winter dagegen sind es nur 10 bis 15 Tausend.

Die Arbeiterinnen sind auch weiblicher Natur, doch sind ihre Geschlechtsorgane (Eierstöcke) verkümmert. In anderen Merkmalen sind sie jedoch weit besser ausgestattet als die Königin. Eine Arbeiterin entsteht wie eine Königin aus einem befruchteten Ei. Sie ist grundsätzlich weiblich, ihre Fortpflanzungsorgane sind aber nicht voll entwickelt. Im Gegensatz zur Königin, die nur mit Gelee Royale gefüttert wird, bekommt eine Arbeiterin nur dreieinhalb Tage Futtersaft und wird danach mit Honig und Pollen versorgt.

Die Arbeiterinnen erledigen im Laufe ihres Lebens bei ungestörtem Lebenslauf in den Monaten Mai bis Juli eine Vielzahl von unterschiedlichen Arbeiten. Dabei folgen sie aber keinem starren Schema, sondern die Tätigkeiten können je  nach den Bedürfnissen im Bienenvolk zeitlich stark abweichen.

 

Dazu gehören die Reinigung des Stocks, die Pflege der Brut, Wach- und Baudienste, das Sammeln von Nahrung und auch die Produktion von Honig. Im Laufe ihres Lebens wechselt eine Arbeiterin mehrmals den "Beruf und zeigt dabei ein ganz unterschiedliches Verhalten. Dies wird durch verschiedene Drüsen gesteuert die nach einem bestimmten Zeitplan ihre Aktivität aufnehmen und wieder einstellen. Die ersten 20 Tage ihres Lebens verbringt die Arbeiterin als Stockbiene im Bienenvolk und den Rest ihres Lebens als Flugbiene, die Nahrung sammelt.

Putzbiene - Die Arbeiterin beginnt ihr Leben als Zellenputzerin im zentralen Brutnest. Gleich nach dem Schlüpfen säubert sie ihre eigene und die Nachbarzellen um sie für eine neue Brut vorzubereiten. Die Königin legt ihre Eier nur in sauber geputzte Zellen.

Ammenbiene - Die Futtersaftdrüsen im Kopf der jungen Bienen sind nach etwa 5-6 Tagen ausgereift und produzieren einen Futtersaft der Vitamine, Eiweiß, Fett und Mineralstoffe enthält. Als Ammenbiene füttert die Arbeiterin nun die jungen Larven. Ammenbienen füttern auch die Königin mit Gelee Royale und verteilen die Pheromone der Königin im Stock.

Lagerarbeiterin - Nach dem 12. Tag geben die Drüsen Enzyme ab, die bei der Umwandlung von Nektar zu Honig benötigt werden: Nun ist die Arbeiterin damit beschäftigt den Sammelbienen den Nektar abzunehmen und ihn einzulagern. Auch die Pollenkörbchen werden entweder verfüttert oder als Pollenbrot eingelagert.

Baubiene - Als nächstes werden bei den Arbeiterinnen die Wachsdrüsen aktiv. Als Baubienen sind sie damit beschäftigt neue Waben zu bauen oder alte zu renovieren.

Wächterbiene - Nun sind auch die Giftdrüsen aktiv und füllen die Giftblase. Einige Arbeiterinnen bewachen als Wächterbienen das Flugloch und kontrollieren ankommende Bienen auf den Geruch des eigenen Volkes

Sammlerin - Um den 20. Tag beginnen die Arbeiterinnen als Sammelbienen damit Nektar, Pollen, Honigtau, Propolis und Wasser und zu sammeln. Je nach Wetter unternehmen sie bis zu 12 Ausflüge pro Tag, wobei ein Ausflug etwa 20 - 30 Minuten dauert.

Lebenserwartung - Das Ausfliegen und die Aufzucht der Brut sind Schwerarbeit und beansprucht die Bienen sehr. Ihre Lebenserwartung liegt im Sommer bei etwa 40 Tagen. Bei den Winterbienen ist das anders. Sie überleben den ganzen Winter im Bienenstock.

Reihenfolge - Die vorgestellte Reihenfolge der „Berufe" wird im Normalfall eingehalten, ist aber nicht starr vorgegeben. Bei Bedarf kann eine Biene eine Aufgabe auch zu einer untypischen Zeit übernehmen. Wenn bei einem Volk zum Beispiel aus irgendeinem Grund zu wenige Ammenbienen vorhanden sind, kann die Produktion von Futtersaft auch bei älteren Bienen wieder in Gang kommen. Oder wenn ein Volk nach dem Schwärmen ein neues Nest bauen muss, werden mehr Bienen als Baubienen aktiv.

Die Drohnen sind die Männer im Bienenvolk. Ihre einzige Aufgabe von Natur aus ist die Paarung mit einer Jungkönigin.

Da die Paarungszeit in die Sommermonate fällt, findet man Drohnen auch nur von etwa April bis August in den Völkern.

Drohnen fallen sofort an ihrer plumpen Gestalt und an den übergroßen Augen auf. Da sie selbst keine Arbeit verrichten, benötigen sie weder Wachs- noch Futtersaftdrüsen. Auch fehlen ihnen die Sammelbeine. Sympathisch sind die Drohnen, weil sie keinen Stachel besitzen.

Drohnen entstehen auf eine ganz besondere Weise, denn sie entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern (Parthenogenese). Es müssen sich also keine Samenfäden mit dem Ei verschmelzen, um dessen Entwicklung in Gang zu setzen. Das bedeutet, dass die Drohnen im Gegensatz zur Mehrzahl aller Lebewesen keinen Vater haben, sie also dasselbe Erbgut besitzen, wie die Königin. Dieser Umstand muss bei der Zucht und Paarung von Königinnen berücksichtigt werden.

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