Am Anfang....  stand die Bienenkiste 

Um Bienen machte ich immer einen großen Bogen. Erst als ich vom Bienensterben hörte, wurde mir klar, dass Bäume, Sträucher sowie zahlreiche Gemüsesorten auch in meinem Garten, ohne Bienen nicht bestäubt werden.

Da habe ich beschlossen, ein Bienenvolk in meinen Garten aufzustellen. Ich entschied mich für eine wesensgerechte Bienenhaltung, weil es mir nicht in erster Linie um den Honighandel geht. Eine wesensgemäße Bienenhaltung, habe ich gelesen, entsteht durch eine respektvolle, offenherzige Beziehung zu den Bienen. Die Art der Haltung orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen und Instinkten des Bienenvolkes. Die Bienen sollen Ihre Waben selber bauen und sich über den Schwarmtrieb vermehren.

Damit war der Grundstein für den NEUIMKER gelegt. Nun suchte ich im Netz nach einem Imkerverein in der Nähe, und fand den Imkerverein Bremen-Blumenthal  der gerade eine Imker-Grundschulung anbot. Ich habe mich sofort angemeldet. Im Hofmeierhaus der Ökologiestation in Bremen-Schönebeck fand dann auch der praktische und theoretische Lehrgang statt. 

 

Im  ersten Jahr ist es mit der Bienenkiste relativ einfach: Wenn man mit einem kräftigen Schwarm beginnt, kann nur wenig schief gehen, wurde mir gesagt. Im ersten Jahr gibt es i.d.R. noch keine Honigernte und das Volk schwärmt auch nicht. So hätte ich zunächst Zeit, mich an die Bienen zu erfreuen und behutsam bei den seltenen notwendigen Eingriffen den Umgang mit den Bienen zu erlernen und mich weiter mit der Theorie zu befassen. Im Jahr darauf wird es dann etwas mehr: die Bienen schwärmen möglicherweise und die erste Honigernte steht an. 

 

Zurückblickend kann ich sagen, dass eine Imkerei, auch eine Hobbyimkerei, ohne fundierte Ausbildung und praktische Unterweisungen nicht von Erfolg gekrönt sein kann. Auch weiß ich heute, dass es mit einer einmaligen Ausbildung nicht gelingen kann. Ich werde wohl jedes Jahr neu und Neues lernen müssen. Aber dies werde ich gerne auf mich nehmen.

 

In der Vergangenheit las ich immer wieder Berichte in den Fachzeitungen über das Imkern in der „Bienenkiste“. Die meisten konventionellen Imker sind negativ eingestellt gegenüber diesem Trend der Bienenhaltung. Hierbei kommt man ohne Rähmchen aus, eine teure Ausrüstung zur Gewinnung des Honigs sei auch nicht nötig.

Das wollte ich wissen und somit musste eine „Bienenkisten“ her, die erste „Bienenkiste“ wurde bestellt und im Mai geliefert.

Zum Bearbeiten des Bienenvolkes muss man den Boden abnehmen. Dazu kippt man die Kiste komplett mit Naturwabenbau und Bienen (wenn vorhanden) über die Stirnseite wobei der kleine Dachüberstand das Flugloch schützt.

 

Ein Besenstiel hält die Kiste aufrecht und ermöglicht die Bearbeitung in einer für mich angenehmen Position, stand da zu lesen.. Der Sockel unter der Kiste sollte aber waagerecht ausgerichtet sein, das habe ich mit 4 Bremer Bumsköppe und einer aufgelegten Europalette hinbekommen.

Als Wetterschutz habe ich für wenig Geld ein Carport erworben und quer über die Bienenkiste gestellt. Die Bienenkiste habe ich dann so gestellt, das der Dachüberstand die Kiste/n vor Regen schützt und nichts anhaben kann und ich im hinteren Bereich genügend Platz habe.

Mit der naturnahen Bienenhaltung in der „Bienenkiste“, soll ich das gesamte Bienenvolk als ein Organismus sehen und versuchen, hiermit der natürlichen Lebensweise der Bienen zu entsprechen.

Viele Eingriffe bzw. Ausrüstung die man beim konventionellen Imkern macht bzw. braucht sind mit der “Bienenkiste“ nicht nötig. Trotzdem muss man auch bei dieser einfach Art der Bienenhaltung einiges wissen und beachten – wie z.B. Standortwahl, Zeitaufwand, Ausrüstung und die verschiedenen Aufgaben und Arbeiten im Jahresverlauf damit die Bienen gesund bleiben.

Die Bienenkiste

Die Bienenkiste ist ein Konzept, um mit verhältnismäßig wenig Aufwand selbst Bienen halten zu können.

Es eignet sich für Menschen, die gerne selbst Bienen halten möchten und für den Eigenbedarf etwas Honig ernten wollen, ohne gleich die gesamte Freizeit dafür einsetzen zu müssen.

Da ich nur sehr geringe Eingriffe in das natürliche Leben des Bienenvolkes vornehmen möchte, ist dies eine sehr artgerechte Art der Bienenhaltung und setzt nur wenig Fachkenntnisse voraus.

 

Also her mit der Bauanleitung und dem Infomaterial für die zweite Kiste. So eine "Bienenkiste"  zu bauen ist, wie ich selbst erfuhr, eine einfache Sache, diese Holzkiste braucht weder Rähmchen noch Zargen, sie ist ausgehend vom traditionellen Krainer Bauernstock abgekupfert und mit einer dazu passenden Betriebsweise zur "Bienenkiste" entwickelt worden.

Die Bienenkiste hat ein Innenraum von 100cm Länge, 45cm Breite, 21cm Höhe, Boden und Rückwand sind abnehmbar. Im vorderen Bereich der Bienenkiste werden 12 Leisten die mit Mittelwand-Anfangsstreifen (Wachs) versehen sind eingeschoben auf denen die Bienen ihrem Natur-wabenbau beginnen und es wird nicht quer, sondern längs gebaut..

der Innenausbau

und so geht es weiter........

 

Die vorderen zwei Drittel der Kiste werden als Brut Raum genutzt. Die Baurichtung im Kaltbau wird von Anfangsstreifen vorgegeben. Diese, wie auch die später im Honigraum verwendeten Mittelwände, hängen an einfachen Trägerleisten, die mittels zweier Querleisten von innen am Dach der Kiste befestigt werden. Zur Herstellung der Trägerleisten wird eine Mittelwand jeweils zwischen zwei schmale Holzleisten eingeklemmt und mit Nägeln verbunden. Die Gesamtbreite dieser Doppelleiste mit Mittelwand muss 35mm betragen.

und dann später z.B. im Frühjahr

 

zum Beginn der Obstblüte (Ende April/Anfang Mai) nehme ich das Trennschied heraus.

In den hinteren leeren Raum hänge ich dann 12 Mittelwände. Diese Erweiterung hat eine ertragssteigernde und zugleich schwarmdämpfende Wirkung. Ich vergrößere das Waben-werk künstlich über  das Volumen hinaus, was die Bienen von sich aus bauen würden.

In der Folge sammeln sie mehr Honig, als sie selbst brauchen. Auf diesem Ansatz basieren letztlich alle modernen Betriebsweisen. Bei dieser Honigernte gehen diese Waben verloren und müssen  in jedem Jahr als Mittelwände wieder neu ergänzt werden.

 

Der Honig wird auch nicht geschleudert, sondern als Tropfhonig gewonnen. Der Ertrag liegt bei etwa 10kg pro Jahr. Die für mich wichtige Betriebsweise, die alle Kriterien der wesensgemäßen Bienenhaltung erfüllt, benötigt jedoch einigermaßen ausgewogene Trachtverhältnisse. Die Bienen überwintern auf ihrem eigenen Honig – eine Fütterung ist in der Regel nicht notwendig.

 

Nach der letzten Tracht erfolgt im Juni oder Juli in der Regel nur einmal im Jahr die Honigernte.

Am Vorabend werden die Honigwaben mit einem Messer, von den durchgehenden Brutraumwaben an die mittlerweile angebaut worden ist, am hinteren Drittel die Waben abgetrennt. Über Nacht flicken die Bienen die Schnittstelle zwar wieder, füllen sie aber nicht erneut mit Honig. Es entsteht eine Art Sollbruchstelle, und die Honigwaben können am nächsten Tag einfach an ihren Trägerleisten entnommen und die Bienen abgefegt werden, ohne dass Honig bei der Ernte herausfließt.

Spätsommer- und Winterbehandlung -

 

Nach der Honigernte erfolgt eine Ameisensäurebehandlung. Dazu wird z.B. ein Nassenheider Verdunster in den leeren Honigraum gestellt. Anschließend wird das Trennschied wieder eingesetzt und verbleibt dort bis zur nächsten Frühtracht. Durch Wiegen der Kiste werden die Honigvorräte abgeschätzt. Falls nötig, kann von hinten flüssig gefüttert werden. Im November erfolgt bei Brutfreiheit eine Oxalsäure-Träufelbehandlung.

 

 

Die Bauerneuerung kann durch Entnahme der Brutraumwaben im abgeschwärmten Muttervolk erfolgen, wenn die übrige Arbeiterinnenbrut geschlüpft ist. Das in der Beute verbleibende nackte Volk baut neues Wabenwerk – vergleichbar einem Kunstschwarm. Genau wie bei der Honigernte brauchen die Waben dabei nicht heraus geschnitten werden, sondern können einzeln an den Trägerleisten entnommen und abgefegt werden.

 

 

Die Bienen überwintern im vorderen Teil der Kiste. Das hintere Drittel ist durch ein Trennschied abgegrenzt. Im Winter sind keine Arbeiten notwendig (und möglich). Die Bienen bleiben sich selbst überlassen und zehren von ihren Honigvorräten.

 

Varroabehandlung - Ende November öffnen ich den Bienenkasten ein letztes Mal und träufeln eine Oxalsäure-Lösung in die Wabengassen. Sie wirkt gegen die Varroamilben,

die sich im Laufe des Sommers ev. kräftig vermehrt haben können.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© http//:www.dierker-bremen.de