Friedurrrr komm! ........... 

           er kommt nicht?

 

1. Die Ursachen

Ein kleiner Wolfswelpe weiß instinktiv, er muss unmittelbar beim Rudel bleiben - ansonsten ist er in Lebensgefahr. Was machen wir mit unseren Welpen? Wir bringen ihnen bei, dass wir auf Schritt und Tritt auf sie achten und uns um sie kümmern. Warum sollte ein derartig eingestellter Welpe oder Junghund kommen?

Wir üben das Kommen mit dem Hund nur, wenn es notwendig ist. Wenn ein anderer Hund kommt, mit dem er spielen könnte, oder etwas anderes interessantes passiert ist.

Wir haben irgendetwas getan, um dem Hund das kommen unangenehm zu machen.

2. Was wir im Rahmen der Erziehung nicht werden ändern können.
Rüden werden immer wieder läufigen Hündinnen nachsteigen. Sie sind dann kaum zu bändigen und machen an der Leine den Affen und werden beim Freigang so schnell weg sein, wie sie laufen können.

Jagdtrieb bei Jagdhunden - aber auch anderen Hunden mit starken Jagdtrieb werden wir das jagen im Guten nicht abgewöhnen können. Wir werden wohl damit leben müssen, dass sich der eine oder andere Hund immer wieder der Gefahr aussetzt von der Jägerschaft erschossen zu werden.

Junge gut sozialisierte Hunde die mit anderen Hunden spielen wollen werden immer wieder durchbrennen, wenn sie einen Spielkameraden erblicken.

3. Was können wir tun, wie sollen wir uns verhalten?
Wir sollten den kleinen Welpen nur dort ohne Leine laufen lassen, wo er nicht zu Schaden kommen kann. Dann müssen wir uns auch nicht so sehr um ihn kümmern. Und das sollte der Kleine auch spüren. Er muss von allein bei uns bleiben. Aber Achtung den Welpen nicht überfordern. Er wird uns nicht mehrere Kilometer folgen können. Es reicht, wenn wir ihn in einem Abstand von ca. 10 Metern halten. Bewegen wir uns aus diesem Kreis, muss er folgen. Wir sollten ihn hin und wieder bei seinem Namen rufen und vielleicht etwas in die Hände klatschen und uns interessant machen. Wenn der Hund kommt wird er belohnt.

Wird der Hund älter und sein Aktionsradius größer, sollten wir versuchen uns wegzuschleichen, wenn wir den Hund rufen und er nicht kommt. Wir schleichen uns mit dem Wind im Rücken (das ist wichtig) vom Hund so weit weg, dass wir gerade noch seine Aktionen verfolgen können. Der Hund darf uns nicht riechen, hören oder sehen können. Wir können ihn ruhig einmal eine viertel Stunde suchen lassen. Wir müssen nur Aufpassen, dass der Hund nicht nach Hause läuft. Das kann durchaus passieren. Und dann haben wir etwas gelernt - nämlich pass auf Deinen Hund auf.

Ist der Hund in unserer Nähe wenn wir ihn rufen und kommt nicht können wir ihn auch etwas bedrohen. Mit erhobenen Händen stürzen wir laut schreiend auf den Hund zu. Dieser wird sofort die Flucht ergreifen. Jetzt drehen wir uns um und laufen vor dem Hund weg. Der junge Hund wird sofort begreifen, dass er sich in Lebensgefahr befindet. In der Natur wäre dies der Rudelausschluss. Hat der Hund uns eingeholt, wird er sofort belohnt.

Wir rufen den Hund, leinen ihn an, füttern ihn und entlassen ihn wieder. Das können wir bei jedem Freilauf mehrmals tun. Ich füttere die Hunde jedes Mal reichlich nach dem Anleinen (bevor es nach Hause geht, wenn wir raus gehen braucht es keine Belohnung). Ich brauche meine Hunde nicht zu rufen, wenn ich nach hause will, ich halte nur eine Leine mit dem Karabinerhaken hoch - und die Hunde sitzen in Bettelpose vor mir.

4. Kardinalfehler - die man auf keinen Fall machen darf
Trotz unseres Rufens kommt der Hund nicht. Als er endlich kommt, sind wir ärgerlich und bestrafen den Hund fürs Nichtkommen - der Hund verbindet die Strafe in jedem Fall mit dem Kommen.

Wir rufen den Hund, leinen ihn an und gehen nach Hause.

Wir rufen den Hund obwohl wir genau wissen, dass er nicht kommen wird. Wir üben das Nichtkommen.
Quelle

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