Das (unerwünschte) Jagdverhalten des Hundes - Seminar von Clarissa von Reinhardt (D) vom 21.-22.5.2005

Das Jagdverhalten des Hundes wird durch verschiedene Verhaltensweisen bestimmt, die genetisch fixiert sind und im Laufe der Ontogenese, also der Entwicklung eines Individuums, abgerufen werden

  • natürliche Instinkte wachrufen

  • durch Nachahmung (z.B. von den Eltern) erlernt werden

  • durch Stimmungsübertragung beeinflusst werden

  • häufig, aber nicht immer an das Appetenz verhalten, d.h. an die Bedürfnisbefriedigung (z.B. ist ein hungriger Hund stärker jagdlich motiviert) gekoppelt sind

  • der Übung bedürfen

  • und schließlich auch mit individuellem Talent zu tun haben

  • Instinktives Verhalten:

Instinktgesteuertes Verhalten ist teilweise genetisch fixiert und wird im Laufe der Ontogenese abgerufen enthält aber auch zusätzliche Verhaltensweisen, die durch Nachahmung sowie durch Versuch und Irrtum gelernt werden. Es ist überlebenswichtig für das Individuum, für das Rudel und letztlich für die Art.

Einige der genetisch fixierten Verhaltensweisen werden von unseren Haushunden zwar noch gezeigt, ohne jedoch noch in ihrer ursprünglichen Bedeutung genutzt zu werden. Dazu zählen z.B. das Wälzen in Aas oder Kot eines Beutetieres zur Informationsvermittlung, wobei sich die Hunde heutzutage danach (meist) nicht auf die Suche dieses Beutetieres begeben.

 

Bereits in der Welpen zeit (ab der 6. Lebenswoche) werden Verhaltensweisen ausprobiert, die später mit Ernstbezug gezeigt werden. Das sind z.B. Belauern und Anschleichen, Fixieren, Überfall, Beißschütteln, Wegtragen und Bewachen der Beute. Die Auslöser dafür sind flüchtende Bewegungen von Schmetterlingen, Hasen, Joggern, Skatern oder einfach einem Blatt im Wind. Zeigt der Hund derartiges Verhalten, sollte er sofort an die Leine genommen werden, sonst werden diese Verhaltensweisen perfektioniert und tradiert

 

Vergleiche: Die Hündin bringt ihren Welpen z.B. zunächst Knochen und Fellstücke, später vorverdautes Futter und danach die noch lebende, aber bereits beeinträchtigte Beute zum Training. Mit jagdlich motivierten Hunden sollte man daher auch keine Beutespiele machen. Dass solche Hunde jedoch z.B. einen Ball/Kong tragen, daran kauen, ihn selbstständig hochschießen, bringen und man danach kurz mit ihnen rangelt ist O.K.!

 

Das Jagdverhalten des juvenilen Wolfes unterscheidet sich von jenem der Erwachsenen in 3 wesentlichen Punkten:

Junge Wölfe zeigen (noch) keine Appetenzen verhalten – die Handlungssequenzen werden also auch zielunabhängig und ohne Ernstbezug gezeigt. Die Auslöseschemata sind unspezifisch, d.h. ein junger Wolf würde auch ohne Erfolgsaussicht jagen, während ein erfahrener erwachsener Wolf darauf keine wertvolle Energie verschwenden würde. Einzelne Handlungssequenzen werden miteinander vermischt oder auch unvermittelt abgebrochen, wenn die jungen Wölfe von „interessanteren“ Dingen abgelenkt werden.

 

Parallelen zu unseren Haushunden:

Das Jagdverhalten unserer Hunde ist meist weniger zielgerichtet, es ist also oftmals in einem juvenilen Stadium stehen geblieben – oftmals, aber nicht immer! Das ist abhängig davon...

  • wie instinktsicher der Hund ist (Rasse, Zuchtlinie – jagdlich geführte Zucht,).

  • ob er Gelegenheit zum Lernen durch Nachahmung, sowie durch Versuch und Irrtum hatte.

  • ob es Augenblicke der Stimmungsübertragung bzw. Gruppendynamik gab, d.h. ob der Hund bereits auf einem Spaziergang mit anderen Hunden gemeinsam gejagt hat.

  • wie viele Möglichkeiten zum Üben er hatte!!!

  • Wie läuft die Handlungskette des Jagens ab?

  • Finden der Beute (Dauer: bis zu mehreren Tagen)

  • Anpirschen / Einkreisen

  • Jagen / Scheuchen – dient der Schwächung des Beutetieres (Dauer: oft 1-2 Tage; darunter fällt z.B. auch, dass Beutetiere in eiskaltes Wasser getrieben und lange Zeit nicht mehr herausgelassen werden, ...)

  • Angriff / Zupacken

  • Töten (kommt es – wie oft bei unseren Haushunden – nicht zur Tötung des Beutetieres, liegt das an der mangelnden Erfahrung des Hundes, der nicht gelernt hat, wie’s ab hier weitergeht!)

  • Fressen und/oder Wegtragen und Vergraben

In dieser Handlungskette führen v.a. die Punkte Jagen – Angriff – Töten zu hoher Adrenalinausschüttung, denn Adrenalin schärft die Sinne, macht schnell und angriffsbereit!

 

Orientierungsverhalten – Die Sinne im Einsatz:

Augen: werden zuerst eingesetzt, da Beute, die sich noch/bereits in Sichtweite befindet wenig Aufwand und Anstrengung erfordert

Ohren: Reaktion auf Knacken und Rascheln – auch hier ist das Beutetier ganz in der Nähe.

Nase: Witterung wird mit hoher Nase aufgenommen, was bedeutet, dass auch noch räumliche Nähe vorliegt.

Nase: Die Spur wird mit tiefer Nase aufgenommen. Da Spuren auch nach relativ langer Zeit zu finden sind, wenn das Beutetier u.U. schon weit weg ist, ist diese Methode am anstrengendsten für den Hund.

 

Dieses Ranking führt am schnellsten zum gewünschten Erfolg!!!

Der gefährlichste Sinn im unerwünschten Jagdverhalten unserer Hunde ist natürlich der Geruchssinn, da wir in diesem Bereich niemals mit unseren Vierbeinern mithalten können!!!

 Das Töten / Tötungsstrategien:

  • Kleine Beutetiere (Maus, Maulwurf, ...): Mäusesprung – danach wird die Beute mit den Vorderläufen in den Fang gesteckt und gefressen.

  • Mittelgroße Beutetiere (Hasen, Meerschweinchen) werden am Genick gepackt und geschüttelt.

  • Große Beutetiere erfordern meist gemeinschaftliche Jagd im Rudel oder in der Gruppe. Die dazu benötigten Strategien sind in unseren Haushunden nur noch ansatzweise zu finden. Es werden jedoch auch heutzutage vereinzelt bei Gruppenspaziergängen plötzlich Formationen gebildet und über Blickkontakt die Jagd gestartet – meist fehlt aber die Erfahrung zur Endhandlung, also zum Zupacken, Töten und Zerlegen!!!

Selbstbelohnende Handlungen – was das Jagen für unsere Hunde so unwiderstehlich macht:

Nicht nur das Erlegen der Beute ist selbstbelohnend, auch einzelne Sequenzen des Beutemachens zählen dazu. Rasseabhängig wurden bestimmte Verhaltenssequenzen züchterisch selektiert und hervorgehoben:

  • das Rennen (Schlittenhunde, Windhunde)

  • das Beutetragen (Retriever)

  • das Hüten (Island, Collies, ...)

  • das Anpirschen (Hütehunde; aber auch gestresste Hunde)

  • das Buddeln (findet man bis zum Exzess bei nicht ausgelasteten und/oder gestressten Retrievern und Terriern)

  • die Beuteaggression und Angriffsbereitschaft (Terrier – seinen Mut, einen oftmals doppelt so großen Fuchs bis in den Bau zu verfolgen, bezahlt der Jack Russel Terrier auch oft mit dem Leben)

Viele Probleme mit unseren Haushunden entstehen auch daraus, dass kaum einer dieser Hunde den Job macht, für den er gezüchtet wurde!!!

 

Trainingsmethoden und ihre Grenzen:

 1. Ansatz zur tatsächlichen Problemlösung – Fragenkatalog an den Hundeführer:

  • Wie reagierte der Besitzer bisher?

  • Was hat er dem Hund bisher beigebracht?

  • Was genau läuft ab?

  • Um welche Rasse oder Mischung handelt es sich?

  • Stammt der Hund aus jagdlich geführter Zucht?

  • Erhielt der Hund eine Ausbildung zum Jagdhund?

  • Kennt der Hund Kommandos? Wenn ja: Welche? Wie gefestigt sind sie? Wie wurden sie aufgebaut (Starkzwang, Angst; Motivation; ...)?

  • Jagd der Hund nur, wenn ein Beutetier unmittelbar vor ihm hochgeht? Wenn er es aus der Ferne sieht? Oder nimmt er auch Spuren auf?

  • Hatte der Hund schon mal Erfolg beim Jagen? Falls ja: Wie oft? Was hat er mit der Beute gemacht (verbellt, umkreist, getötet, gefressen, mitgebracht)?

  • Wie hat der Besitzer reagiert?

  • Falls der Hund Beute oder Beutestücke mitbringt, lässt er sich diese problemlos abnehmen?

  • Bevorzugt er bestimmte Tiere (z.B. Katzen – spezifische Aggression, da ihn bereits eine Katze attackierte?) oder jagt er alles, was sich bewegt?

  • Wird dem Hund das Jagen in bestimmten Situationen erlaubt? Darf er z.B. die Katze aus dem Garten vertreiben und wird dafür belohnt?

  • Ist der Hundeführer oder sonst jemand insgeheim stolz auf den Hund, wenn er dieses Verhalten zeigt?

  • Ist der Hundeführer oder sonst jemand insgeheim der Meinung, dass Hunde ab und zu mal instinktives Verhalten ausleben dürfen?

  • Hat der Hund bereits mit anderen Hunden zusammen gewildert? Stimmungsübertragung!!! – Wie lief das ab? War der Hund Anführer oder Mitläufer? Wie lange dauerte das?

  • Wie oft und wie lange kommt der Hund am Tag hinaus?

  • Wo wird der Hund ausgeführt? Feld, Wald, Stadtpark, ...?

  • Ist der Hund immer an der Leine oder hat er auch Freilauf?

  • Wie laufen die Spaziergänge genau ab?

  • Beschäftigen sich die Besitzer mit dem Hund?

Was kann man als Hundeführer gegen das unerwünschte Jagdverhalten seines Hundes tun? 

  • Fehlerquellen beim Spazierengehen vermeiden!

  • Jede Kontaktaufnahme seitens des Hundes wird sofort mit einem Kommando beantwortet

  • Der Hund wird permanent „zu getextet“ (völlige Reizüberflutung)

  • Der Hund soll ständig etwas Tolles machen (purer Stress)

  • Der Hund steht unter „Dauerkommando“ – das ist nicht durchzuhalten

  • Der Hund wird so extrem auf ein Spielzeug fixiert, dass er zum „Junkie“ wird – erzeugt Beuteaggression gegen andere Hunde und fällt letztlich auch in die Rubrik „Kadavergehorsam“

  • Auf die eigene Körpersprache achten!

  • Wenn der Hund losstartet, um zu jagen, darf man auf gar keinen Fall hinterher rennen. Der Hund würde das als gemeinsames Jagen interpretieren!!!

  • Der Hundeführer sollte nicht (ängstlich) herumschleichen und dauernd panisch in die Gegend absuchen.

  • Andererseits sollte man auch nicht dauernd hektisch durch die Gegend „rasen“!

  • Sieht man ein Beutetier, darf man keinesfalls durch die eigene Körperhaltung (z.B. Ruck durch den Körper, abruptes Stehenbleiben, panisch werden) den Hund aufmerksam machen und Spannung erzeugen.

  • Der Hundeführer muss agieren statt reagieren!

  • Der Hundeführer sollte aufmerksam sein und versuchen, ein potentielles Beutetier zuerst zu sehen...

die Landschaft „lesen“ lernen (wer einen netten Jäger kennt, kann ihn bitten, ob er mal eine Einschulung bekommt!!! – besondere Vorsicht auf jeden Fall bei kleinen Schonungen; Hochstände beachten; am besten lernt man auch, wie die Losungen [Ausscheidungen] von Hasen, Rehen, ... aussehen; Wildwechselspuren registrieren) das Wetter beachten (lange anhaltender Regen drück das Wild aus dem Wald; bei Hitze geht das Wild tief in den Wald) ...die Tageszeit bedenken (Wild ist dämmerungs- und nachtaktiv, d.h. erhöhte Vorsicht in der Dämmerung und auch am Morgen, denn da sind die Spuren noch ganz frisch; Eichhörnchen sind tagaktiv, sind aber meist nicht so ein großes Problem, da sie auf die Bäume gehen und der Hund daher zumindest am Ort fixiert ist) ...

öfters mal in unbekanntem Terrain spazieren gehen (der Hund schließt sich dort meist enger an seinen Hundeführer an und es gibt keine „bekannten“, also mit Wild assoziierten Plätze ...es seinem Hund nicht erlauben, Wege alleine und unangeleint zu verlassen...das Ausdrucksverhalten seines Hundes „lesen“ lernen

 

Eine fehlende Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer (oder anders formuliert: ein unaufmerksamer Hundeführer) steht immer am Anfang!!! (Leider kann ich das voll bestätigen, denn Frakki ist mir immer dann abgezischt, wenn ich gerade „geträumt“ oder mit jemand getratscht habe!

 

Brenzlig wird’s dann, wenn der Hund sich dauernd in die Seiten des Weges orientiert,

wenn er sehr weit voraus läuft (wobei „weit“ ein sehr relativer Begriff ist, denn 150-200m sind bei einem Island Hund auf Grund seines hohen Laufbedürfnisses kein Problem, bei einem Basset jedoch mit Sicherheit ein Riesenproblem!),

 

... wenn der Hund auf Witterung geht (Wild ist in der Nähe oder zumindest hier gewesen),

... wenn der Hund Spur aufnimmt (das kennen alle, die Fährtenarbeit machen: der Hund bleibt mit der Nase kurz am Boden „kleben“ – oft während sich der Körper noch weiterbewegt – und sucht dann sehr gezielt und aufgeregt weiter), wenn er vorsteht (ein Vorderbein angezogen bei hoher Nase),

... oder wenn der Hund stehen bleibt und gezielt den Horizont absucht!

  • kommunikatives Spazierengehen praktizieren

  • kurze Unterordnungssequenzen in den Spaziergang einbauen

  • zwischendurch mal Kunststücke machen

  • Wald- und Wiesenagility

  • den Hund unterwegs mal „Probleme“ lösen lassen

Suchspiele, d.h. Futter und/oder Spielzeug verstecken und den Hund suchen lassen (am Anfang sind die Verstecke ganz einfach, dann muss man immer erfinderischer sein, da der Hund immer besser wird – auch die Höhe der Verstecke variieren und nicht immer alles am Boden verstecken!!!)

unerwartet Tempo und Richtung ändern  ein „WIR“-Gefühl und Spannung aufbauen, also sich gemeinsam mit dem Hund über die gleichen Dinge freuen der Hundeführer starrt in die Ferne, dreht langsam den Kopf, starrt erneut in die Ferne, plötzlich geht ein Ruck durch seinen Körper und er sprintet los (der Hund vermutlich mit), unbemerkt muss der Hundeführer nun noch Wurst am Ziel Wurst abwerfen, die der Hund dann findet (aus der Sicht eures Hundes seid ihr die absolut besten Jäger, denn ihr habt ein kleines Stück Wurst auf 50m Entfernung gefunden!)

 

„Würstchenbaum“, ...: Unbemerkt drückt man Wurst in eine Baumrinde und ruft den Hund danach besonders aufgeregt (Würstchenbäume, Käse Moos, Leckerlilaubhaufen u.ä. findet man NUR mit Frauchen / Herrchen gemeinsam!)

  • man kann auch gemeinsam mit seinem Hund in einen Bach springen, und dort plantschen,

  • oder mit dem Hund gemeinsam schnüffeln (ah, du riechst es auch???), ...

  • ein plötzliches Rennspiel einleiten, ...

  • auch mal für Vorschläge seines Hundes offen sein und sich auf ihn einlassen

Taktile Kommunikation: Hunde kommunizieren hauptsächlich über Blickkontakt/Körpersprache und Berührungen (die Lautgebung steht ganz am Schluss) – also einfach beim Vorbeigehen am Hund streifen (heißt: hier bin ich wieder, ich laufe schon mal voraus)

Blickkontakte: auf den Hund achten dreht der Hund sich z.B. an einer Wegkreuzung zum Hunde-führer, gibt ihm dieser eine Richtungsanzeige mit einem Hand- oder Körpersignal wenn der Hund schaut, geht man in „Vorderkörpertiefstellung“, rennt plötzlich weg und beginnt so ein Spiel

 

das „Ausrichten“: wenn der Hund ein Stück vorauslauft, bleibt man einfach wort- und bewegungslos stehen, während man die Hand mit einem Leckerli seitlich wegstreckt; Ziel: der Hund achtet mehr auf mich und kommt sofort her; (höchstens 2-3x / Spaziergang sonst wird’s fad!); sukzessive hält man die Hand dann beim Stehen bleiben immer näher am Körper, hat aber IMMER ein Leckerli in der Hand, wenn man stehen bleibt!!!

unterschiedlichste Variablen des Herankommens trainieren (dient der Abwechslung, sonst wird’s dem Hund bald fad!!!); wichtig ist, dass jedes Herankommen und die verschiedenen Kommandos /Pfiffe/Sichtzeichen dafür trainiert werden müssen und dass der Hundeführer – wie in jedem anderen Hundetraining auch – selbstdiszipliniert und konsequent sein muss und sich beim Einsatz eines Kommandos/Pfiffe/Sichtzeichen und ihren verschiedenen Bedeutungen selbst nicht irren darf!!! Als Kommandoworte wählt man am besten Worte, die im täglichen Sprachgebrauch möglichst selten „zufällig“ vorkommen, um den Hund nicht zu verwirren oder abzustumpfend; mögliche Variationen:

 

Herankommen mit und ohne Vorsitzen.

Lässt man den Hund vorsitzen, dient das entweder einfach der Abwechslung, oder der Sicherung eines relativ untrainierten Hundes oder auch dem Zeitgewinn eines ungeschickten Hundeführers, der erst seine Leine entwirren muss, ... Herankommen ohne Vorsitzen verwendet man auch einfach zur Abwechslung, oder bei Kälte, Regen, Schnee, oder bei alten oder Bewegungseingeschränkten Hunden, ...

unterschiedliche Lautstärke der Kommandos: mit sehr leisen Kommandos kann man Spannung aufbauen, mit lauteren, sehr kurzen Worten (z.B.: flott) kann man die „Dringlichkeit“ untermauern (vor einer Straße) – „Sound“ aufbauen

Zuhilfenahme von Körpersprache: Man führt ein Kommando ein (z.B. „kehr um“), das man mit einer ausladenden Handbewegung und einem raschen Richtungswechsel koppelt (beim Üben kann man auch ein Stück weglaufen) – sobald der Hund kommt, gibt’s zur Belohnung eine „Party“!!!
Da dieses Kommando mit hohem Tempo und hoher Motivation gekoppelt ist, kann es auch helfen, wenn der Hund bereits zur Jagd gestartet ist, da man durch das Kurvenlaufen, das man dem Hund damit auferlegt, den Hund aus dem Sichtbereich des Wildes bringen kann (wenn’s gut trainiert wurde)

Auch das oben beschriebene Ausrichten ist eine Variable des Herankommens!

  • den Hund mit Nasenarbeit beschäftigen:

  • Durch gezieltes Training können wir die unglaublichen Fähigkeiten des Geruchssinnes unserer Hunde unter Signalkontrolle bringen und in von uns gewünschte Bahnen lenken.

  • Über die Nasenarbeit kann man den Hund mental auslasten, denn körperliche Müdigkeit alleine ist unseren Hunden zu wenig.

  • In der Nasenarbeit lernt der Hund gezielt, welche Gerüche man (mit Erfolg!) verfolgen darf.

  • Man kann unterschiedlichste Arten der Nasenarbeit machen, wie: Fährte, Stoffidentifikation, Flächensuche, Frei-Verlorensuche, sonstige Suchspiele (wie z.B. Riechrallye–

  • Was muss man beachten, wenn der Hund an der Leine geführt wird oder werden muss?

  • Die Leine sollte aus 1 Stück gearbeitet sein (ohne überflüssige Haken, Ösen, Ringe, ...) und sollte leicht, weich und nicht einschneidend sein (Leder oder gutes Leinen).

  • Die Länge der Leine sollte 3m nicht unterschreiten!

  • Das Ende einer Schleppleine (5-10m) darf keinesfalls völlig losgelassen werden, denn falls der Hund wegläuft, kann er sich damit verhängen.

  • Lange Leinen sollte man nie an Halsbändern und schon gar nicht an Ketten befestigen, denn wenn der Hund Schwung holt, kann er sich schwer verletzen (Halswirbelsäule, Kehlkopfquetschung, ...). Also besser ein gutes Brustgeschirr besorgen, da hier der Druckpunkt auf den Brustkorb verlagert wird. (Das Brustgeschirr sollte aus weichem Material gearbeitet sein, abgerundete Schnallen haben, alle Vernähungen sollten vom Hundekörper abgewandt sein, es sollte beidseitig zu öffnen sein, da Hunde eine erhöhte Vorderpfoten Empfindlichkeit haben!

  • LEINE ERSETZT NICHT DIE KOMMUNIKATION! Auch an der Schleppleine muss aufmerksam gearbeitet werden und sie muss richtig gehandhabt werden. Sollte es für den einen oder anderen Hund nötig sein, ihn dauernd an der Leine zu führen ist das kein Problem, wenn der Hund auch an der Leine beschäftigt und gefordert wird! Ein solcher Hund wird dennoch mehr Lebensqualität besitzen, als einer, der auf Grund seines Jagdverhaltens permanent bei Fuß gehen muss!

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